Camille Claudel. Bildhauerin

Camille Claudel, 1864 geboren, modelliert als Zwölfjährige die ganze Familie: Vater, Mutter, Bruder, Schwester - alle müssen ihr Modell sitzen. Camilles Hände beleben den Stein und die Erde. Ihr Bruder Paul Claudel, später ein großer Schriftsteller mit einer glänzenden Karriere in der katholischen Kirche , liebt, bewundert und hasst sie zugleich. Sie ertrotzt sich ihren Weg als Bildhauerin, zum Entsetzen der Mutter. Der Bildhauer Rodin- ihre große Liebe. Aber im Schatten Rodins namenlos eingehen in seinen Ruhm? Wohin dann mit den eigenen Ideen? Sie bittet Rodin um die Heirat, er lehnt ab. Obwohl er sie liebt. Und immer wieder Geldsorgen, obwohl sie arbeitet bis zur Erschöpfung. Ihre großen Erwartungen werden enttäuscht und schlagen um in Hass, Angst und Wahn. Sie wird zum Schreckgespenst für ihre Mitmenschen, der Mutter ein Bild der Schande. Die gescheiterte Künstlerin wird weggesperrt: Dreißig Jahre Irrenanstalt, auf Veranlassung von Mutter und Bruder, bis zu ihrem Lebensende. Nie wieder wird sie Ton in die Hände nehmen. Der Blick des Zuschauers rückt nah heran an das Innenleben einer Frau voller Kraft, Ideen und Tatendrangmit dem großen Bedürfnis nach Anerkennung und Geborgenheit und zugleich voller Sturheit und Eigenbrötelei.


Technisches

Dauer des Stückes: 110 Minuten Ohne Pause

Bühnenbreite ca. 5 Meter Breite, 4 Meter Tiefe

Der Raum sollte verdunkelbar sein

Das Theater reist mit eigener Technik  und Techniker an.

Aufbauzeit vor der Vorstellung ca. 3 Stunden.


Regie: Julian Knab

Schauspiel: Janne Wagler


Idee und Text: Ensemble des Theaters GOBELIN

Premiere: 25. November 2005 in Tübingen