Dieses Foto entstand im Yad Vashem,

der internationalen Holocaust- Gedenkstätte in Jerusalem,

kurz vor meiner Abreise nach Haifa.

Die Brücke nach Haifa

Ein dokumentarisches Licht- und Schattenspiel

 

Spiel: Janne Wagler

 

Musik: Anselm Schülin

 

Regie: Julian Knab  (theatercompanie stagejumpers)

 

Eine Produktion des Theaters GOBELIN  Tübingen

 

Premiere ist am 5. April 2019 im

Sudhaus Tübingen 

 

 

Die Schauspielerin Janne Wagler arbeitet in den Monaten August und September diesen Jahres in einem Altersheim für Überlebende des Holocaust in Haifa.

 

Besuchen Sie ihren Blog, in dem sie von ihren Erlebnissen berichtet.

 

Ausgangspunkt  für die neue Theaterproduktion ist die sehr persönliche Auseinandersetzung der Künstlerin mit dem Holocaust, unserem heutigen Umgang damit, mit der Beziehung zu Israel, zu Palästina, zu Juden, Palästinensern. Die Schauspielerin und Theatertherapeutin Janne Wagler arbeitet derzeit  im Rahmen der Recherche und Stückvorbereitung als Freiwillige für mehrere Monate in einem Altersheim für Überlebende des Holocaust in Israel. Ein viermonatiger Freiwilligenienst in einem Hospiz in Jerusalem 2016 war der Auftakt für das Stück. An einem beispiellosen Ort, buchstäblich auf der Nahtstelle zwischen jüdischem und arabischem Teil  von Jerusalem, liegt dieses Hospiz, in dem Menschen aller Religionen zusammen kommen, ihre letzte Zeit gemeinsam miteinander verbringen. Die Aufzeichnungen aus den 4 Monaten der Arbeit in diesem Hospiz sind die Basis für den Stücktext. Die Zeit in Jerusalem war geprägt von Unruhen, die so mancher Einheimische in Israel als dritte Intifada bezeichnet. Da hinein geriet die Schauspielern, war täglich konfrontiert mit dem aktuellen Konflikt, mit den tiefen Zerrüttungen, die in der israelischen Gesellschaft ständig präsent sind. Ihre neugier hat sie zu den unterschiedlichsten Orten und Menschen gebracht, sie fragte nach, hörte zu, in dem Versuch, nicht vorzuverurteilen, es nicht besser zu wissen. Hinzu kommt nun die Arbeit im Yad Ezer le haver in Haifa. Die Künstlerin schreibt einen Blog, welcher diese Phase dokumentiert und sehr persönlich zugänglich macht.  In dem Wissen, dass Erinnerungskultur immer auch Gesichter und konkrete Geschichten braucht, um fühlbar zu bleiben, entwickeln Schauspielerin und Regisseur aus dem  vielfältigen Material in einem mehrmonatigen Probenprozess das Theaterstück: Die Brücke nach Haifa. Es entstehen suggestive Bilder, die dem Publikum von dieser sehr persönlichen Begegnung und Reise erzählen. Die Überlebenden des Holocaust, die in Israel und in dem Heim Yad Ezer le haver in Israel eine neue Heimat, aber oft keinen Frieden gefunden haben,  brauchen mehr denn je die Möglichkeit, dass ihre Leidensgeschichte gehört und nicht vergessen wird. Den aktuellen Tendenzen nach "Beendigung des Schuldkultes“ wird hier mit konkreter Kunst widersprochen.

Aufgeschnappt in Jerusalem
Aufgeschnappt in Jerusalem
Begegnungsstätte für Juden, Christen und Muslime in Haifa
Begegnungsstätte für Juden, Christen und Muslime in Haifa
Probenfoto: Die Brücke nach Haifa
Probenfoto: Die Brücke nach Haifa
Hält die Brücke?
Hält die Brücke?