Arachne. Wahr sagen

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In dieser bilderstarken Produktion im Grenzbereich von Schauspiel und Figurentheater wird das Schicksal der beiden Protagonistinnen zueinandergeführt: Die Weberin Arachne und die maltesische Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia.

 

Der Mythos „Arachne“ aus den Metamorphosen des Ovid erzählt vom Konflikt zwischen  der Weberin Arachne und Pallas Athene, der Göttin des Kampfes und der Künste. Diese rät der Weberin dringend, sich nicht mit den  Mächtigen anzulegen. Arachne jedoch fordert (ist es Mut? Ist es Leichtsinn?)  die Göttin zum Wettkampf in der Webkunst heraus. Auf Athenes Teppich erscheinen Glanzbilder des Götterhimmels; sie ist siegesgewiss. Arachne greift webend in den Filz der Mächtigen. Sie entlarvt, vor den Augen der staunenden Menge, die Täuschungsmanöver und Schandtaten der Götter. Drohungen können sie nicht stoppen, die Strafe folgt: Die Göttin zerstört Arachnes Webteppich und verwandelt sie  in eine Spinne. 

 

Bild für Bild wird diese Erzählgrundlage zum Kernthema des Stückes „Arachne. Wahr sagen“. Der Zuschauer wird in poetischen Bildern hineingeführt in das Leben, Wirken und Scheitern einer mutigen und unangepassten Journalistin, die im Jahr 2017 ihre investigative Arbeit mit dem Leben bezahlte und beispielhaft steht für die fragile und bedrohte Freiheit von Kunst und Medien.

 

Figuren, die mit dem Körper der Schauspielerin eng verbunden sind und zu der Musik von Bastian Kilper lebendig werden, Texte aus dem Mythos, aus dokumentarischem Material und Poesie der Autorin Janne Wagler verweben sich zu einem Teppich.  Im Kern geht es um den Mut, ein autoritäres System anzugreifen und zu entlarven. Es geht aber auch um unser aller Angst vor eben dieser Klarheit und Zivilcourage. Das Stück hinterfragt sehr menschliche Zustände und Ambivalenzen, die dazu führen, dass wir eben doch in entscheidenden Momenten nicht unsere Stimme erheben.

 

Idee, Figurenbau und Spiel: Janne Wagler

Musik: Bastian Kilper

Regie: Frank Soehnle

Kostüme: Beatrix Jaud- Grimm

Fotos: Alexander Gonschior

Beratung: Anna Rosenfelder

Dauer 74 Minuten

 

Technische Infos zum Stück

 

Zielgruppe: Jugendliche und Erwachsene

Dauer: 74 Minuten


Info für Veranstalter:

Aufbauzeit: 4 Stunden  (eigene Technik)

Bühnenfläche 4x4 Meter

Raum muss verdunkelbar sein. Starkstrom nicht nötig.


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Nach einem Probenbesuch schrieb der Redakteur Peter Ertle über den Probenprozess unter Corona- bedingungen.
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Diese Produktion wurde gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.